Ein bisschen Produktchemie gefällig? Will man wissen, was man sich da auf den Nagel aufträgt, sollte man etwas Interesse für Chemie und die Zusammensetzung von Stoffen mitbringen.

Acrylnägel bestehen- wer hätte es gedacht- aus Acryl. Acryl ist jedoch nicht gleich Acryl. An sich wird unter Acryl die Sammelbezeichnung für alle Acrylgruppen mit der chemischen Verbindung CH2=CH–COR verstanden.
Das für die Nägel verwendete Acryl besteht aus Acrylsäureester und hat die Verbindung CH2=CH-COOR. Die Bezeichnung „Acryl“ wurde übrigens aus dem lateinischen „acer“(scharf) bzw. griechischen „ákros“ (spitz) abgeleitet und erklärt, warum bei der Nagelmodellage manchmal ein scharfer, leicht stinkender Geruch entsteht.
Acryl enthält vorwiegend Acrylate- wie übrigens auch Gel- welche Polymere von Acrylsäureester sind. Polymere? Schon einmal gehört, vor langer Zeit im Chemieunterricht, aber was war das noch einmal? Hier ein paar Erinnerungshilfen. Ein Polymer ist ein großes Molekül, das sich aus einer Anzahl von Monomeren zusammensetzt und bei der Polymerisation entsteht. Monomere sind hingegen kleine reaktionsfähige Moleküle, die mindestens zwei funktionale Gruppen tragen, sodass eine Polymerisation möglich wird.

Auch beim Acrylnagel kommt dieses Prinzip zur Anwendung.
Die zwei Bestandteile von Acryl bei der Nagelmodellage sind

  1. Acrylpulver, welches aus Polymeren besteht, und
  2. flüssiges Acryl, welches aus Monomeren besteht.

Treffen beide aufeinander, kommt es zur Polymerisation, d.h. die Monomere lagern sich an die Polymere an und das Material härtet aus. Dies geschieht ganz einfach an der Luft, weshalb Acryl zu den wärmehärtenden Polymeren gehört. Gel-Nägel gehören im Gegensatz zu den lichthärtenden Polymeren.
Während der Polymerisation kommt es zu einer Schrumpfung, welche in der Regel 3-20% beträgt. Dies erklärt sich daraus, dass die Zwischenräume zwischen den Monomeren während der Verkettung zu Polymeren verloren gehen. Normalerweise ist das Schrumpfen jedoch minmal, sodass man keine zu kleinen Kunstnägel befürchten muss.
Kommen also beide Materialien, das Acrylpulver und das Flüssigacryl, in Berührung, kommt es zu der chemischen Reaktion und eine homogene Masse entsteht. Die Reaktion läuft jedoch nicht so schnell ab, dass keine Modellage mehr möglich ist. Da sich jedoch beide Bestandteile verbinden und Brücken zwischen den Molekülen gebildet werden, ist das Material Acryl härter und stabiler als Gel. Acryl lässt sich zudem wesentlich dünner auftragen als Gel, weshalb Acrylnägel natürlicher wirken. Im Gegensatz zu Gel-Nägeln lassen sich Acrylnägel durch acetonhaltigen Nagellackentferner einfach vom Naturnagel lösen.
Wer mehr über die chemische Zusammensetzung und chemische Prozesse bei Kunstnägeln erfahren möchte, kann unter http://www.engel-cosmetic.de/cms/de/chemie oder http://www.nagelkreation.de/Nagelmodellage/Acrylnaegel-5.php weiterlesen.
Achten sollte man beim Kauf von Acrylpulver und Flüssigacryl auf eine hohe Qualität und die Einhaltung der KVO (Kosmetik-Verordnung). Zertifizierte Anbieter wie www.nded.de verfügen über einen einwandfreien Produktkatalog, der den höchsten Anforderungen genügt.